Igel gefunden – was nun?

Sie haben einen Igel gefunden und wissen nicht, ob er Hilfe braucht? Wir Tierheim-Mitarbeiter helfen gerne! Doch nicht alle gefundenen Igel müssen sofort ins Tierheim. An dieser Stelle möchten wir Sie, liebe Igelfinder, darüber informieren, wie Sie schnell an die richtige Stelle für Ihren Igelfund kommen; und hier muss dringend unterschieden werden:

  • Verlassene Igelbabys / Igeljunge
    • bitte gleich in Igelstation bringen – Adressen siehe unten
  • Verletzte Igel
    • bitte gleich in Igelstation bringen; hier bevorzugt Igelstation Kast, Adresse s. unten – solange Aufnahmekapazität noch gegeben. Frau Kast verfügt über die richtigen Kontakte zu Tierärzten, die sich auch auf schwerer verletzte Igel spezialisiert haben und bereit sind, ein Wildtier zu operieren.
  • Schwache, schlappe, abgemagerte, augenscheinlich kranke Igel
    • Tierheim Ulm oder
    • solange Aufnahmekapazität noch gegeben – Igelnestle Öchsler, Neu-Ulm / Burlafingen.

Igelbabys:

Igelbabys kommen in unseren Gefilden ab Mitte Juli bis Ende September zur Welt. Die meisten aber im August. Eine Igelmutter säugt ihre Jungen den ganzen Tag; nachts geht sie auf Nahrungssuche für sich selbst, wird aber immer schauen, dass sie vor Tagesanbruch wieder bei ihren Jungen ist.

Achtung! Finden Sie Igelbabys am Tag außerhalb des Nests, dann dürfen Sie nicht zögern! Igelbabys mit ihrer sehr dünnen Haut trocknen von innen wie auch von außen sehr schnell aus. Ist die Mutter ab spätestens 09:00h morgens noch nicht da, dann wird sie mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr kommen (können). Suchen Sie bitte im Umkreis von 20 Metern alles ab und sammeln Sie die Babys ein. Nächster Schritt ist das Wärmen der Babys. Sie benötigen ein kleinen Schuhkarton oder ein Körbchen, packen eine Wärmflasche mit handwarmem Wasser in den Karton, darüber ein weiches Deckchen oder ein Handtuch und darauf legen Sie die Igelbabys. Danach heißt es, allerschnellstens Igelstation finden, die sich mit Igelbabys auskennt – auch weil sie ohne Mutter weder Urin noch Kot absetzen können, haben sie oft schon schlimme Schmerzen durch Harndrang. Sie dürfen auf KEINEN FALL MILCH FÜTTERN!!!

Igeljunge:

Eine Igelmutter säugt ihre Jungen volle 3 Wochen bis 25 Tage. Danach, mit ca. 110-130g, stoßen die ersten Zähnchen durch und die Jungen beginnen langsam, ihre Mutter nachts auf Futtersuche zu begleiten, bekommen aber von der Mutter noch bis ca. 250g Muttermilch zugefüttert; also bis das Igelchen definitiv fähig ist, selber für sich zu sorgen. Finden Sie also in den Monaten August und September ein Igelchen unter 250g, dann muss auch diesem Tierchen geholfen werden. Oft sind es Igelchen, die aus irgendeinem Grund vorzeitig von der Mutter und/oder den Geschwistern getrennt wurden und die dringend menschliche Hilfe benötigen.

Dasselbe gilt für:

Alle Jungigel, die Sie tagaktiv finden und auch für Jungigel, die Anfang Oktober unter 500g wiegen. Ab Mitte Oktober findet ein Igel kaum noch genug Futter, um seine Körperwärme zu halten bzw um seinen täglichen Bedarf zu decken. Und schon gar nicht findet er noch genug, um auf sein nötiges Winterschlafgewicht zu kommen. Er verliert bei der Futtersuche mehr Kalorien als er an Futter finden kann!!!

Lieber einen solchen Igel aufnehmen, sich an eine Igelstation wenden und den Igel dort in Augenschein nehmen lassen. Man wird Sie fachkundig beraten und wenn es sich zeigt, dass “Ihr” Igel doch keine Hilfe nötig hat, können Sie ihn abends wieder auswildern. Sollte er dennoch Hilfe benötigen, steht es Ihnen frei, ihn nach Anleitung selbst aufzupäppeln oder Sie bekommen ihn zur Auswilderung zurück, wenn er sein Gewicht hat, das zur jeweiligen Jahreszeit richtig ist.