Category: “Aktuell”

Aktion am Sommerfest

Liebe Tierfreunde,

wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an der Tiersegnung am Tag unseres Sommerfests am 01.07. Weitere Infos können Sie in der unten folgende Grafik entnehmen.

Pressemeldung vom 06.06.2018

#RegistrierDeinTier

Mehrheit der Hunde und Katzen bisher nicht registriert

 

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) aller Hunde und Katzen sind nicht in einem Haustierregister registriert – das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Deutschen Tierschutzbundes*. Wird ein vermisstes Tier von einem Finder aufgegriffen oder landet im Tierheim, ist es jedoch ohne Kennzeichnung und Registrierung schwierig, den Halter ausfindig zu machen. Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin und fordert alle Tierhalter auf, ihre Tiere registrieren zu lassen. Der Verband hat dazu die Kampagne #RegistrierDeinTier (www.registrier-dein-tier.de) gestartet.

 

„Es kommt immer wieder vor, dass Katzen nicht wie gewohnt nach Hause kommen oder dass sich Hunde losreißen und auch auf Rufen nicht zurückkehren“, sagt Andrea Furler-Mihali, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Wir können nur appellieren: Lassen Sie Ihr Tier nicht einfach verschwinden. Schützen Sie es mit einer Kennzeichnung und Registrierung, damit es im Fall der Fälle identifiziert werden kann und möglichst schnell wieder nach Hause kommt.“

 

Fehlende Registrierung erschwert die Heimkehr des Tieres

Damit ein Tier in einem Haustierregister registriert werden kann, muss es zunächst unverwechselbar gekennzeichnet werden. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt die Kennzeichnung durch einen reiskorngroßen Transponder, den der Tierarzt unter die Haut des Tieres setzen kann. Möglich ist dies bei Hunden und Katzen, aber auch bei Kleintieren, wie Kaninchen, sowie bei Pferden. Bei Ziervögeln ist die Kennzeichnung über einen Ring am Fuß möglich. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Tiere zwar oft gekennzeichnet sind, im Anschluss aber die ebenso wichtige Registrierung nicht vorgenommen wird“, sagt Furler-Mihali. Letztlich ist der Halter selbst dafür verantwortlich, dass er die auf dem Chip gespeicherte 15-stellige Nummer bzw. die Ringnummer zusammen mit weiteren Daten zum Tier und dem eigenen Kontakt in einem Haustierregister hinterlegt. Dies geht bei FINDEFIX, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes, einfach und kostenfrei auf www.findefix.com oder mit einem schriftlichen Anmeldebogen. Der Tierhalter erhält im Anschluss per Post eine Bestätigung mit allen wichtigen Unterlagen. Hundehalter bekommen zusätzlich eine Plakette für das Hundehalsband. „Nur die Kombination dieser zwei einfachen Maßnahmen – Kennzeichnung und Registrierung – kann sicherstellen, dass ein entlaufenes Tier und sein Besitzer schnell wieder zusammen finden“, so Furler-Mihali.

Sommerfest 2018

Liebe Tierfreunde,

unser Sommerfest wirft wieder seine Schatten voraus. Wie gewohnt öffnen wir am 01.07. unsere Türen von 11-17 Uhr und wollen mit euch/Ihnen ein Tierheimfest feiern. Wir freuen uns auf bekannte Gesichter, auf neue Besucher und ehemalige Bewohner.

Für das leibliche Wohl ist wie immer bestens gesorgt: Köstliches vom Grill | Veggieprodukte für Tierfreunde | Getränkestand mit Limo, Cola, Bier etc. | großen Kuchenbuffet und Kaffee | Specials der Tierschutzjugendgruppe | Salate.

Folgende Attraktivitäten führen uns durch den Tag:

– musikalische Unterhaltung durch DJ Boris
– große Tombola mit vielen attraktiven Preisen und Gutscheinen
– Tiersegnung auf unserem Hundeplatz
– Stand der Tierschutzjugend mit Glücksrad
– Infostand der Hundeschule Rütters D.O.G.S. Ulm

Da wir Jahr für Jahr mehr Besucher begrüßen dürfen, haben wir auch eine weitere Parkmöglichkeit geschaffen. Nach der Einfahrt in den Örlinger-Tal-Weg befindet sich auf der linken Seite der Parkplatz der Hochschule Ulm (siehe Bild). Dieser darf gerne genutzt werden.

Wir freuen uns auf einen fröhlichen Tag und auf euren/Ihren zahlreichen Besuch.

Pressemeldung vom 23.04.2018

Internationaler Tag des Versuchstieres am 24. April:
Alternativmethoden gehört die Zukunft

Anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstieres am 24. April fordert der Deutsche Tierschutzbund eine Gesamtstrategie zum Ausstieg aus Tierversuchen und eine Änderung des Tierschutzgesetzes. Allein in Deutschland „verbrauchen“ Forschungsinstitute, Universitäten und Industrie rund drei Millionen Tiere pro Jahr in Tierversuchen. Der Tag des Versuchstieres sollte Startpunkt für ein Umdenken sein – für eine moderne tierversuchsfreie Forschung, so die Tierschützer.

„Deutschland sollte endlich umdenken und beim Ausstieg aus Tierversuchen eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Das Bekenntnis der neuen Bundesregierung, sich um Erforschung und Anwendung von Ersatzmethoden zu bemühen ist zwar da. Es braucht aber auch eine Strategie, die festlegt, wie man den Ausstieg umsetzen will. Frau Klöckner darf sich nicht auf den bloßen Ankündigungen ihres Vorgängers ausruhen oder gar annehmen, dass der Status quo an Alternativmethodenförderung ausreiche.“ Der Deutsche Tierschutzbund fordert zudem, das Tierschutzgesetz anzupassen: „Die Behörden, die Tierversuchsanträge genehmigen, müssen unabhängig von der Einschätzung des Antragstellers beurteilen können, ob der Tierversuch wirklich unerlässlich und ethisch vertretbar ist“, so Schröder. Aktuell schreibt das Tierschutzgesetz vor, dass ein Antrag von der Behörde zu genehmigen ist, sofern dieser formell richtig gestellt ist und der Antragsteller den wissenschaftlichen Nutzen und die ethische Vertretbarkeit begründet. Eine wirkliche Beurteilung durch die Behörde findet somit nicht statt.

EU gibt Ausstieg vor, Strategie in Deutschland fehlt
Obwohl auch die EU-Tierversuchsrichtlinie den Ersatz von Tierversuchen durch tierversuchsfreie Methoden als langfristiges Ziel vorgibt, setzen Bundesregierung und Wissenschaftsgesellschaften in Deutschland bisher noch immer auf Tierversuche als Goldstandard. Nach wie vor fehlt eine klare Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen. Vorstöße, wie in den Niederlanden, die eine Ausstiegsstrategie vorlegten, werden nicht aufgegriffen, obwohl hier klar gezeigt wird, wie man bis 2025 erreichen könnte, auf Tierversuche in der Risikobewertung zu verzichten und den Ausstieg aus Tierversuchen auch in der Grundlagenforschung und angewandten Forschung zu schaffen.

Hinweis an die Redaktionen: Zum „Internationalen Tag des Versuchstiers“ am 24. April laden der Tierschutzverein für Berlin und der Deutsche Tierschutzbund alle Interessierten zur Podiumsdiskussion „Forschung der Zukunft – sind Tierversuche noch zeitgemäß?“ in die Berliner Urania ein. Mehr Informationen: www.urania.de/forschung-der-zukunft-sind-tierversuche-noch-zeitgemaess

Pressemeldung vom 14.03.2018

Ostern: Deutscher Tierschutzbund rät zu Eiern aus artgerechter Haltung oder veganen Alternativen

 

  • Keine Kennzeichnung für Käfigeier in verarbeiteten Produkten
  • Bunte Ostereier mittlerweile meist aus Bodenhaltung

 

Wer an Ostern den Tierschutz mit im Blick hat, sollte beim Kauf der Ostereier auf Eier aus artgerechter Haltung zurückgreifen. Dazu rät  der Deutsche Tierschutzbund. Vorsicht ist bei bereits gefärbten oder verarbeiteten Eiern geboten, denn dort besteht keine Kennzeichnungspflicht. Für den Verbraucher ist also nicht ersichtlich, aus welcher Tierhaltung die Eier stammen. Kennzeichnen Hersteller oder Supermärkte Produkte oder gefärbte Eier nicht freiwillig, besteht Gefahr, dass sie von Hühnern stammen, die in Käfigen leben.

 

„Vielen Verbrauchern ist nicht bekannt, dass es in Deutschland noch immer Eier aus Käfighaltung gibt – wenn auch nur in verarbeiteten Produkten, etwa in Eierlikör, Nudeln, Gebäck oder Fertigprodukten“, sagt Dr. Esther Müller, Fachreferentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund. Auch bei gekochten, bunt gefärbten Ostereiern ist die Angabe der Haltungsform, anders als bei frischen Schaleneiern, nicht verpflichtend. Dennoch haben viele Handelsunternehmen mittlerweile auf den Druck der Tierschützer und auf den Wunsch vieler Verbraucher reagiert: Wenn man sich in Supermärkten umsieht, machen viele freiwillig eine Angabe zur Haltungsform. Der Großteil der bunten Eier stammt heute aus Bodenhaltung. Dennoch: Steht nichts Gegenteiliges auf den Verpackungen, so handelt es sich meist um Käfigeier. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher eine verpflichtende Kennzeichnung mit den Ziffern 0 bis 3, analog zu den frischen Eiern. „Bis dahin appellieren wir, auf nicht gekennzeichnete Produkte zu verzichten und Eier aus artgerechterer Haltung, etwa Bio-Eier oder Eier mit dem Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ zu kaufen und selbst zu färben“, sagt Müller. „Wer den direktesten Weg zu mehr Tierschutz wählt, entscheidet sich bei den Osterleckereien aber am besten für vegane Alternativen.“

 

Hennen leiden in Kleingruppen-Käfigen

Dreieinhalb Millionen Legehennen in Deutschland leben nach wie vor in sogenannten Kleingruppen-Käfigen. Neun Prozent der in Deutschland produzierten Eier stammen aus dieser Haltungsform, hinzu kommen importierte Käfigeier aus dem Ausland. Die Tiere haben dort nur etwas mehr Platz als eine DIN-A4-Seite. In der drangvollen Enge können sich die Hennen kaum bewegen. Zwar sind die Kleingruppen-Käfige mit Sitzstangen, einer Art Nest und einem kleinen Platz zum Sandbaden und Scharren ausgestattet. Diese Einrichtungen können die Tiere aufgrund des Platzmangels aber gar nicht nutzen. Damit treten die gleichen Probleme wie in den mittlerweile verbotenen Käfigbatterien auf – die Hennen leiden an Stress, Verhaltensstörungen sowie Verletzungen. Erst ab 2025, mit Ausnahmen erst ab 2028, ist die Haltung in Kleingruppen-Käfigen gesetzlich verboten.

Katzenbesitzer gesucht

Liebe Tierfreunde,

derzeit finden sich in unserem Katzenbereich einige ältere Tiere, die dringend ein Zuhause suchen. Denken Sie daran, dass sich ältere Kätzchen schon im Leben behauptet haben, die Gefahren des Freigangs kennen und sich der Charakter komplett ausgeprägt hat. Jungkatzen können sich plötzlich als distanziert und weniger verschmust entpuppen oder suchen sich im Freigang ein weiteres Zuhause. Ältere Tiere hingegen sind dankbar für ein Zuhause, in dem sie ein ruhiges und gut behütetes Leben genießen dürfen. Auch Tiere mit Krankheitserscheinungen verdienen einen Platz. Im Tierheim können wir ihnen nicht gerecht werden, denn auch der Stress hier wirkt sich nicht positiv auf die Beschwerden aus. Alle Katzen haben eine Zahnkontrolle hinter sich, bei der das Gebiss je nach Zustand auch operativ gebessert wurde. Beachten Sie auch, dass wir die Aktion Senioren für Senioren unterstützen und auch bei passender Situation ein erwachsenes Tier in ein Seniorenumfeld vermitteln. Da wir derzeit wenige Vermittlungserfolge haben, können wir auch keine Abgabetiere aufnehmen und das Katzenhaus ist derzeit mit Einzelgängern und vergesellschafteten Gruppen maximal besetzt. Bei Fragen zu Tieren sind wir täglich von 8-17 Uhr für Sie telefonisch erreichbar oder Sie kommen direkt zu den Besuchszeiten im Tierheim vorbei.

Pressemeldung vom 27.02.2018

Tiere im Winter: Tipps für die Kälte

Bei den aktuell eisigen Temperaturen brauchen auch unsere Haustiere Schutz vor der Kälte. Obwohl die meisten niedrige Temperaturen besser vertragen, als es die Besitzer denken, können Tierfreunde Vorkehrungen treffen, damit ihre Tiere gut über die kalten Wintertage kommen. Bei Wildtieren ist die Sorge unbegründet – diese kommen in der Regel gut mit der Kälte zurecht.

„Hunde und Katzen sind durch ihr wärmendes Fell gut vor der Kälte geschützt“, sagt Lea Schmitz, Pressesprecherin beim Deutschen Tierschutzbund. „Im Idealfall entscheiden sie selbst, wie oft und wie lange sie sich draußen im Kalten aufhalten.“ Katzenbesitzer sollten daher darauf achten, dass Freigänger-Katzen jederzeit wieder zurück ins Haus kommen können. Für draußen ist eine zusätzliche Thermohütte sinnvoll. Spaziergänge mit Hund sollten eher kürzer ausfallen, dafür sollte man öfter raus. Nur kranke Hunde oder Tiere mit kurzem, lichtem Fell brauchen gegebenenfalls einen artgerechten, gut sitzenden Mantel oder Pullover. Schuhe oder Socken sollten Hunde nur tragen, wenn ein Tierarzt dies angeordnet hat. Ansonsten reicht es, Hundepfoten zum Schutz vor Streusalz mit Melkfett oder Vaseline einzureiben und nach dem Gassigehen mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Kaninchen und Meerschweinchen, die im Freien gehalten werden, sollten die Möglichkeit haben, sich in einen frostfreien Unterschlupf zurückzuziehen. Kranke Tiere sollten im Winter nach drinnen, ältere und untergewichtige Tiere müssen beobachtet werden. Goldfische können draußen überwintern, wenn der Teich mindestens 80 Zentimeter tief ist und nicht komplett zufriert, damit ausreichend Sauerstoffzufuhr besteht.

Wildtiere sind gut gewappnet

Bei Wildtieren ist die Sorge bei niedrigeren Temperaturen meist unbegründet. Rehe können etwa bei starker Kälte ihren Stoffwechsel herunterfahren und Füchse kommen aufgrund ihres wärmenden Winterfells mit eisigen Temperaturen gut zurecht. Vögel schützen sich unter anderem, indem sie ihr Gefieder aufplustern; Wasservögel haben eine isolierende Unterhautfettschicht. In harten Wintern oder bei zu wenig natürlichem Nahrungsangebot kann jedoch, zum Beispiel bei Vögeln oder Eichhörnchen, eine Zufütterung mit artgerechtem Futter helfen, zusätzliche Energie zum Schutz gegen die Kälte zu liefern.

Pressemeldung vom 30.01.2018

„Tierschutz ist mehr als Landwirtschaft“

 

Deutscher Tierschutzbund fordert ganzheitlichen Tierschutz von den Koalitionären

 

Nachdem die Sondierer von CDU, CSU und SPD den Bereich Agrarwirtschaft bereits vorverhandelt haben, mahnt der Deutsche Tierschutzbund an, in den Koalitionsverhandlungen andere tierschutzrelevante Themen nicht zu vernachlässigen. Auch in den Bereichen Tierversuche, Tierheimfinanzierung, Heimtierhaltung und Zirkus besteht aus Sicht des Verbandes dringender Handlungsbedarf, den eine zukünftige Regierung nicht außen vor lassen darf.

 

„Eine große Koalition muss auch im Tierschutz Antworten auf die großen Fragen finden – und dazu gehört nicht allein das Thema der landwirtschaftlichen Tierhaltung“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Obwohl die Landwirtschaft viele der gravierendsten Tierschutzprobleme, etwa das Töten von Eintagsküken oder die Manipulation an sogenannten „Nutztieren“, bedingt, sieht der Deutsche Tierschutzbund als Dachverband der Tierschutzvereine auch den praktischen Tierschutz vor Ort auf der Agenda: „Der Staat muss sich endlich seiner Verantwortung stellen, statt sich auf der Opferbereitschaft der ehrenamtlichen Tierschützer in den Vereinen und Tierheimen auszuruhen.“ Schröder weiter: „Eine Bundesregierung, die den Tierschutz ernst nimmt, muss zudem den Tierschutzorganisationen das Verbandsklagerecht einräumen, damit dem Staatsziel Tierschutz nach 16 Jahren endlich Rechnung getragen wird. Und nicht nur angesichts der schrecklichen Bilder von den Affenversuchen der Autoindustrie muss jedem verantwortlichen Politiker klar sein, dass Tierversuche in Deutschland keine Zukunft haben dürfen. Stattdessen müssen Alternativmethoden zum Tierversuch forciert und entsprechend gefördert werden.“ Außerdem sollten aus Sicht des Verbandes dringende Themen, wie die Einführung eines Wildtierverbots in Zirkussen und die Einführung einer Positivliste – für Heimtiere, deren Haltung aus Tier- und Artenschutzsicht unbedenklich ist – angegangen werden.

 

Tierschutz braucht eigenes Ministerium

Schon während der Sondierungsgespräche hatte der Deutsche Tierschutzbund ein Ministerium gefordert, das den Tierschutz auch im Namen führt. „Die Zeiten, in denen der Tierschutz als Feigenblatt im Landwirtschaftsministerium angesiedelt ist, müssen vorbei sein“, sagt Schröder. „Tierschutz ist Ehrenamt, Tierschutz ist Forschung, Tierschutz ist Umweltschutz, Tierschutz ist Artenschutz. Ein Koalitionsvertrag, der das nicht abbildet, wird nicht die Zustimmung der Tierschützerinnen und Tierschützer finden.“ Bislang bündelt kein Ministerium die dringlichen Themen des Tierschutzes.

 

Pressemeldung vom 11.01.2018

Aktuelle Statistik belegt erneuten Anstieg bei Versuchstierzahlen:

2016 fast drei Millionen Tiere „verbraucht“

 

Der „Verbrauch“ von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken ist 2016 um zwei Prozent gestiegen – auf insgesamt 2.854.586 Tiere und damit 54.625 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Tiere, die in Versuchen meist schmerzhafte Eingriffe und Behandlungen über sich ergehen lassen mussten, stieg sogar um sieben Prozent auf 2.189.261 Tiere. Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Politik erneut auf, Tierversuche endlich komplett zu ersetzen – wie von Verbraucherminister Christian Schmidt angekündigt. Der Verband hatte zuvor bereits seine Kritik an der direkt vor den Feiertagen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlichten Versuchstierstatistik geäußert.

 

„Die Politik muss endlich handeln und eine konkrete Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen erarbeiten“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Unsere Nachbarn, die Niederlande, sind da schon viel weiter. Ihr Nationaler Ausschuss zu Tierversuchen hat unter anderem einen konkreten Zeithorizont zum kompletten Ausstieg aus Tierversuchen bei der Prüfung von Chemikalien vorgesehen. Die Bundesregierung hat den von der EU verlangten Nationalen Ausschuss einfach an Behördenvertreter übergeben, statt – wie von der EU-Kommission gewünscht und vielerorts realisiert – hierfür eine breite gesellschaftliche Basis zu suchen. So bleibt es hierzulande bei Lippenbekenntnissen.“

 

2016 wurden vor allem Nager (79 Prozent) und Fische (12 Prozent) in Tierversuchen verwendet. Aber auch 3.966 Hunde, 2.418 Affen und 766 Katzen kamen zum Einsatz. Insgesamt 114.824 Tiere mussten nach Einschätzung der Wissenschaftler den höchsten Grad an Schmerzen, Leiden und Schäden erleiden. Fast die Hälfte aller Tiere wurde gentechnisch manipuliert – eine Zunahme um 93.607 Tiere im Vergleich zum Vorjahr.

Mit freundlichen Grüßen

Presseabteilung

Deutscher Tierschutzbund e.V.

In der Raste 10

D-53129 Bonn

Tel: +49-(0)228-6049624

Fax: +49-(0)228-6049641

E-Mail: presse@tierschutzbund.de

Besuchen Sie auch die Website des Deutschen Tierschutzbundes e.V.:

https://www.tierschutzbund.de

Pressemeldung vom 19.12.2017

Erneuter Test nach einem Jahr:

Falsche Pelzkennzeichnung täuscht weiterhin Verbraucher

 

Der Deutsche Tierschutzbund und VIER PFOTEN haben erneut Kleidungsstücke mit Echtpelz auf ihre Kennzeichnung hin untersucht. Das Ergebnis fiel ähnlich aus wie bereits im Dezember 2016: Fast 90 Prozent der getesteten Kleidungsstücke waren nicht korrekt gekennzeichnet. Die Tierschützer fordern von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene endlich für eine transparente und verbraucherfreundliche Kennzeichnungsregelung einzusetzen.

 

Mitarbeiter vom Deutschen Tierschutzbund und VIER PFOTEN haben für ihre Tests vor allem Geschäfte in München und Hamburg ausgewählt, bei denen ihnen bereits bei der letzten Pelzrecherche vor einem Jahr Verstöße gegen die geltenden Kennzeichnungsregelungen aufgefallen waren. Auch Wochen- und Weihnachtsmärkte wurden untersucht. Bei 44 von insgesamt 49 untersuchten Textilprodukten, darunter Jacken und Mützen mit Echtpelzbesatz, fehlte die durch die EU-Textilkennzeichnungsverordnung vorgeschriebene Kennzeichnung komplett. Das jeweilige Etikett gab keine Information dazu, dass das Produkte „Bestandteile tierischen Ursprungs“ enthält. Bei 19 dieser Produkte wurde zwar Pelz auf dem Etikett erwähnt, jedoch mit für den Verbraucher irreführenden Bezeichnungen wie „Marmot“ (Murmeltier), „Badger“ (Dachs) oder „Raccoon“ (Waschbär) – und das, obwohl davon auszugehen ist, dass in den meisten Fällen das Fell des Marderhundes zum Einsatz kam.

 

Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund:

„Ein Jahr nach unserer letzten Recherche zeigt sich leider, dass Kontrollbehörden und Händler nicht reagiert haben. Es hat sich nichts geändert; der Verbraucher kann sich noch immer nicht darauf verlassen, ein Echtfellprodukt auch als solches zu erkennen.“

 

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:

„Verbraucher können nach wie vor aufgrund falscher oder fehlender Kennzeichnungen keine bewusste Kaufentscheidung treffen. Wenn eine Mütze mit echtem Pelz-Bommel als ‚100 Prozent Acryl‘ gekennzeichnet wird, ist das Verbrauchertäuschung. Eine klare Kennzeichnung ist lange überfällig.“

Die Tierschützer haben im Nachgang der Recherche die Ordnungsbehörden in Hamburg und München sowie die Verbrauchzentrale informiert und werden einen Appell an die betroffenen Händler richten, entsprechende Produkte aus dem Sortiment zu nehmen.

 

Hintergrund:

Pelzrecherche 2016

Als Mitglieder der „Fur Free Alliance“, einem internationalen Zusammenschluss von Organisationen gegen das Halten und Töten von Tieren zur Pelzgewinnung, haben VIER PFOTEN und der Deutsche Tierschutzbund im Oktober und November 2016 gemeinsam 87 Kleidungsstücke aus 49 Geschäften in Hamburg, Berlin, Köln, Augsburg und München untersucht. Die Produkte stammten aus Boutiquen und von Straßenständen, aus bekannten nationalen und internationalen Modeketten und Kaufhäusern sowie von Luxuslabeln und bewegten sich in einem preislichen Rahmen von 8 bis 1.195 Euro.

79 der begutachteten Kleidungsstücke wären nach EU-Vorgabe kennzeichnungspflichtig, doch bei 50 Prozent fehlte der vorgeschriebene Hinweis im Etikett. Bei Produkten unter 50 Euro fehlte der Hinweis sogar bei über 80 Prozent. Bei Artikeln unter 10 Euro fehlte die vorgeschriebene Kennzeichnung bei 100 Prozent. Die Studie von 2016 ist hier verfügbar: www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Publikatonen_andere/Report_Pelzkennzeichnung_Deutschland.pdf  

Verwirrung durch EU-Kennzeichnungsregelung

Seit Mai 2012 gilt die neue EU-Kennzeichnungsverordnung: Textile Kleidungsstücke müssen gemäß Artikel 12 der Verordnung mit dem Hinweis „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet werden. Ob es sich bei den ‚tierischen Teilen‘ einer Jacke um die Daunenfüllung, den Lederriemen am Reißverschluss oder um die Echtpelzverzierung der Kapuze handelt, ist dabei nicht erkennbar. Erschwerend kommt hinzu, dass die Verordnung nur gilt, wenn die Kleidungsstücke zu mindestens 80 Prozent aus Textilgewebe bestehen. Wenn Produkte, wie Pelzmäntel oder Lederhandschuhe mit Fellbesatz, zu mehr als 20 Prozent aus tierischem Material bestehen, gibt es gar keine Kennzeichnungspflicht mehr. Bei Schuhen und Accessoires gibt es diese grundsätzlich nicht.

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