Category: “Aktuell”

Pressemeldung vom 30.01.2018

„Tierschutz ist mehr als Landwirtschaft“

 

Deutscher Tierschutzbund fordert ganzheitlichen Tierschutz von den Koalitionären

 

Nachdem die Sondierer von CDU, CSU und SPD den Bereich Agrarwirtschaft bereits vorverhandelt haben, mahnt der Deutsche Tierschutzbund an, in den Koalitionsverhandlungen andere tierschutzrelevante Themen nicht zu vernachlässigen. Auch in den Bereichen Tierversuche, Tierheimfinanzierung, Heimtierhaltung und Zirkus besteht aus Sicht des Verbandes dringender Handlungsbedarf, den eine zukünftige Regierung nicht außen vor lassen darf.

 

„Eine große Koalition muss auch im Tierschutz Antworten auf die großen Fragen finden – und dazu gehört nicht allein das Thema der landwirtschaftlichen Tierhaltung“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Obwohl die Landwirtschaft viele der gravierendsten Tierschutzprobleme, etwa das Töten von Eintagsküken oder die Manipulation an sogenannten „Nutztieren“, bedingt, sieht der Deutsche Tierschutzbund als Dachverband der Tierschutzvereine auch den praktischen Tierschutz vor Ort auf der Agenda: „Der Staat muss sich endlich seiner Verantwortung stellen, statt sich auf der Opferbereitschaft der ehrenamtlichen Tierschützer in den Vereinen und Tierheimen auszuruhen.“ Schröder weiter: „Eine Bundesregierung, die den Tierschutz ernst nimmt, muss zudem den Tierschutzorganisationen das Verbandsklagerecht einräumen, damit dem Staatsziel Tierschutz nach 16 Jahren endlich Rechnung getragen wird. Und nicht nur angesichts der schrecklichen Bilder von den Affenversuchen der Autoindustrie muss jedem verantwortlichen Politiker klar sein, dass Tierversuche in Deutschland keine Zukunft haben dürfen. Stattdessen müssen Alternativmethoden zum Tierversuch forciert und entsprechend gefördert werden.“ Außerdem sollten aus Sicht des Verbandes dringende Themen, wie die Einführung eines Wildtierverbots in Zirkussen und die Einführung einer Positivliste – für Heimtiere, deren Haltung aus Tier- und Artenschutzsicht unbedenklich ist – angegangen werden.

 

Tierschutz braucht eigenes Ministerium

Schon während der Sondierungsgespräche hatte der Deutsche Tierschutzbund ein Ministerium gefordert, das den Tierschutz auch im Namen führt. „Die Zeiten, in denen der Tierschutz als Feigenblatt im Landwirtschaftsministerium angesiedelt ist, müssen vorbei sein“, sagt Schröder. „Tierschutz ist Ehrenamt, Tierschutz ist Forschung, Tierschutz ist Umweltschutz, Tierschutz ist Artenschutz. Ein Koalitionsvertrag, der das nicht abbildet, wird nicht die Zustimmung der Tierschützerinnen und Tierschützer finden.“ Bislang bündelt kein Ministerium die dringlichen Themen des Tierschutzes.

 

Pressemeldung vom 11.01.2018

Aktuelle Statistik belegt erneuten Anstieg bei Versuchstierzahlen:

2016 fast drei Millionen Tiere „verbraucht“

 

Der „Verbrauch“ von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken ist 2016 um zwei Prozent gestiegen – auf insgesamt 2.854.586 Tiere und damit 54.625 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Tiere, die in Versuchen meist schmerzhafte Eingriffe und Behandlungen über sich ergehen lassen mussten, stieg sogar um sieben Prozent auf 2.189.261 Tiere. Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Politik erneut auf, Tierversuche endlich komplett zu ersetzen – wie von Verbraucherminister Christian Schmidt angekündigt. Der Verband hatte zuvor bereits seine Kritik an der direkt vor den Feiertagen vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlichten Versuchstierstatistik geäußert.

 

„Die Politik muss endlich handeln und eine konkrete Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen erarbeiten“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Unsere Nachbarn, die Niederlande, sind da schon viel weiter. Ihr Nationaler Ausschuss zu Tierversuchen hat unter anderem einen konkreten Zeithorizont zum kompletten Ausstieg aus Tierversuchen bei der Prüfung von Chemikalien vorgesehen. Die Bundesregierung hat den von der EU verlangten Nationalen Ausschuss einfach an Behördenvertreter übergeben, statt – wie von der EU-Kommission gewünscht und vielerorts realisiert – hierfür eine breite gesellschaftliche Basis zu suchen. So bleibt es hierzulande bei Lippenbekenntnissen.“

 

2016 wurden vor allem Nager (79 Prozent) und Fische (12 Prozent) in Tierversuchen verwendet. Aber auch 3.966 Hunde, 2.418 Affen und 766 Katzen kamen zum Einsatz. Insgesamt 114.824 Tiere mussten nach Einschätzung der Wissenschaftler den höchsten Grad an Schmerzen, Leiden und Schäden erleiden. Fast die Hälfte aller Tiere wurde gentechnisch manipuliert – eine Zunahme um 93.607 Tiere im Vergleich zum Vorjahr.

Mit freundlichen Grüßen

Presseabteilung

Deutscher Tierschutzbund e.V.

In der Raste 10

D-53129 Bonn

Tel: +49-(0)228-6049624

Fax: +49-(0)228-6049641

E-Mail: presse@tierschutzbund.de

Besuchen Sie auch die Website des Deutschen Tierschutzbundes e.V.:

https://www.tierschutzbund.de

Pressemeldung vom 19.12.2017

Erneuter Test nach einem Jahr:

Falsche Pelzkennzeichnung täuscht weiterhin Verbraucher

 

Der Deutsche Tierschutzbund und VIER PFOTEN haben erneut Kleidungsstücke mit Echtpelz auf ihre Kennzeichnung hin untersucht. Das Ergebnis fiel ähnlich aus wie bereits im Dezember 2016: Fast 90 Prozent der getesteten Kleidungsstücke waren nicht korrekt gekennzeichnet. Die Tierschützer fordern von der Bundesregierung, sich auf EU-Ebene endlich für eine transparente und verbraucherfreundliche Kennzeichnungsregelung einzusetzen.

 

Mitarbeiter vom Deutschen Tierschutzbund und VIER PFOTEN haben für ihre Tests vor allem Geschäfte in München und Hamburg ausgewählt, bei denen ihnen bereits bei der letzten Pelzrecherche vor einem Jahr Verstöße gegen die geltenden Kennzeichnungsregelungen aufgefallen waren. Auch Wochen- und Weihnachtsmärkte wurden untersucht. Bei 44 von insgesamt 49 untersuchten Textilprodukten, darunter Jacken und Mützen mit Echtpelzbesatz, fehlte die durch die EU-Textilkennzeichnungsverordnung vorgeschriebene Kennzeichnung komplett. Das jeweilige Etikett gab keine Information dazu, dass das Produkte „Bestandteile tierischen Ursprungs“ enthält. Bei 19 dieser Produkte wurde zwar Pelz auf dem Etikett erwähnt, jedoch mit für den Verbraucher irreführenden Bezeichnungen wie „Marmot“ (Murmeltier), „Badger“ (Dachs) oder „Raccoon“ (Waschbär) – und das, obwohl davon auszugehen ist, dass in den meisten Fällen das Fell des Marderhundes zum Einsatz kam.

 

Dr. Henriette Mackensen, Fachreferentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund:

„Ein Jahr nach unserer letzten Recherche zeigt sich leider, dass Kontrollbehörden und Händler nicht reagiert haben. Es hat sich nichts geändert; der Verbraucher kann sich noch immer nicht darauf verlassen, ein Echtfellprodukt auch als solches zu erkennen.“

 

Denise Schmidt, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:

„Verbraucher können nach wie vor aufgrund falscher oder fehlender Kennzeichnungen keine bewusste Kaufentscheidung treffen. Wenn eine Mütze mit echtem Pelz-Bommel als ‚100 Prozent Acryl‘ gekennzeichnet wird, ist das Verbrauchertäuschung. Eine klare Kennzeichnung ist lange überfällig.“

Die Tierschützer haben im Nachgang der Recherche die Ordnungsbehörden in Hamburg und München sowie die Verbrauchzentrale informiert und werden einen Appell an die betroffenen Händler richten, entsprechende Produkte aus dem Sortiment zu nehmen.

 

Hintergrund:

Pelzrecherche 2016

Als Mitglieder der „Fur Free Alliance“, einem internationalen Zusammenschluss von Organisationen gegen das Halten und Töten von Tieren zur Pelzgewinnung, haben VIER PFOTEN und der Deutsche Tierschutzbund im Oktober und November 2016 gemeinsam 87 Kleidungsstücke aus 49 Geschäften in Hamburg, Berlin, Köln, Augsburg und München untersucht. Die Produkte stammten aus Boutiquen und von Straßenständen, aus bekannten nationalen und internationalen Modeketten und Kaufhäusern sowie von Luxuslabeln und bewegten sich in einem preislichen Rahmen von 8 bis 1.195 Euro.

79 der begutachteten Kleidungsstücke wären nach EU-Vorgabe kennzeichnungspflichtig, doch bei 50 Prozent fehlte der vorgeschriebene Hinweis im Etikett. Bei Produkten unter 50 Euro fehlte der Hinweis sogar bei über 80 Prozent. Bei Artikeln unter 10 Euro fehlte die vorgeschriebene Kennzeichnung bei 100 Prozent. Die Studie von 2016 ist hier verfügbar: www.tierschutzbund.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Publikatonen_andere/Report_Pelzkennzeichnung_Deutschland.pdf  

Verwirrung durch EU-Kennzeichnungsregelung

Seit Mai 2012 gilt die neue EU-Kennzeichnungsverordnung: Textile Kleidungsstücke müssen gemäß Artikel 12 der Verordnung mit dem Hinweis „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet werden. Ob es sich bei den ‚tierischen Teilen‘ einer Jacke um die Daunenfüllung, den Lederriemen am Reißverschluss oder um die Echtpelzverzierung der Kapuze handelt, ist dabei nicht erkennbar. Erschwerend kommt hinzu, dass die Verordnung nur gilt, wenn die Kleidungsstücke zu mindestens 80 Prozent aus Textilgewebe bestehen. Wenn Produkte, wie Pelzmäntel oder Lederhandschuhe mit Fellbesatz, zu mehr als 20 Prozent aus tierischem Material bestehen, gibt es gar keine Kennzeichnungspflicht mehr. Bei Schuhen und Accessoires gibt es diese grundsätzlich nicht.

Wir wünschen allen …

Wir wünschen allen …

Tierfreunden, Paten, Spendern und Besuchern ein friedliches Weihnachtsfest, einen guten Start ins Neue Jahr und bedanken uns für Ihre Unterstützung im Jahr 2017.

Vorstand –
Tierheimteam und
alle Tierheimbewohner

Keine Tiervermittlung über Weihnachten

Liebe Tierfreunde,

wie jedes Jahr stoppt die Tiervermittlung im Tierheim Ulm über die Weihnachtszeit. Vermittlungsstop ist dieses Jahr vom 18.12 bis einschließlich 04.01. Während dieser Zeit ist das Tierheim zu den gewohnten Zeiten für Besucher geöffnet.

 

Pressemeldung vom 01.12.2017

Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke

Obwohl ein Hundewelpe oder ein Kätzchen häufig ganz oben auf dem Wunschzettel stehen, warnt der Deutsche Tierschutzbund zu Weihnachten vor dem Verschenken von Tieren. Ist die Aufnahme eines Tieres nicht gut durchdacht, führt die Konfrontation des Halters mit den tatsächlichen Ansprüchen des Tieres häufig dazu, dass die Tiere im Tierheim landen. Die Tierschützer empfehlen daher, sich immer gründlich und vor allem gemeinsam auf ein mögliches neues Familienmitglied vorzubereiten.

„Als Überraschungsgeschenk sind Tiere völlig ungeeignet“, erklärt Andrea Furler-Mihali, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Wenn man merkt, dass Tier und neuer Besitzer doch nicht so gut harmonieren, dass das Tier mehr Geld kostet oder mehr Arbeit macht, als gedacht, kann man es nicht einfach wieder umtauschen wie einen Pullover oder ein Spielzeug.“ Die Tierschützerin empfiehlt daher, sich im Vorfeld ausführlich zu informieren und sich ein Tier ganz bewusst und in Absprache mit allen Beteiligten zuzulegen. Ein erster Gang lohnt sich dann immer ins Tierheim. Dort warten Tiere jeder Art und jeden Alters auf ein neues Zuhause. Das Know-how und die Erfahrung der Tierpfleger mit ihren Schützlingen können zudem helfen, das passende Tier zu finden.

Auch wenn die Entscheidung gut überlegt ist, ist Weihnachten mit all dem Trubel nicht der ideale Zeitpunkt für den Einzug eines tierischen Mitbewohners. Wer zu Weihnachten trotzdem etwas „tierisches“ verschenken möchte, kann zu guter Ratgeberlektüre über artgerechte Tierhaltung oder zu geeignetem Heimtierzubehör greifen.

Endstation Tierheim
Nach den Feiertagen oder im Laufe des neuen Jahres werden viele unüberlegt verschenkte Tiere in den Tierheimen des Deutschen Tierschutzbundes abgegeben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Spontane Urlaubspläne, unerwartete Kosten oder einfach die bis dahin unbekannten Anforderungen an eine artgerechte Haltung der Tiere lassen die Freude über das neue Familienmitglied oft schnell vergehen. Oft bemerken Eltern auch erst zu spät, dass ein Großteil der Versorgung – das Füttern, das Säubern des Geheges oder das Gassi gehen – an ihnen hängen bleibt. „Selbst wenn ein Kind hoch und heilig verspricht, sich um das Tier zu kümmern, muss man als Elternteil immer darauf gefasst sein, einzuspringen. Ein Kind kann und darf nie alleine die Verantwortung für ein Haustier tragen“, sagt Furler-Mihali.

Werden Tiere zu Weihnachten unüberlegt verschenkt, landen sie später häufig im Tierheim oder werden im schlimmsten Fall sogar ausgesetzt.

Copyright: Deutscher Tierschutzbund e.V.

Tierheim lädt zur Weihnachtsfeier am 3. Dezember ein

Am Sonntag den 3. Dezember findet im Tierheim das jährliche Weihnachtsfest statt. Von 11 bis 17 Uhr empfängt Sie das Tierheim-Team mitsamt seinen Helfern und lädt Sie auf ein paar unbeschwerte Stunden ein. Es wartet ein reichhaltiges Verpflegungsangebot auf Sie für alle Geschmäcker. In einer großen Tombola warten einige lukrative Gewinne. Für musikalisches Programm ist natürlich auch gesorgt. Nutzen Sie die Gelegenheit um das Tierheim und seine aktuellen Bewohner kennen zu lernen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Pressemeldung – Zeitumstellung: Erhöhte Gefahr für Wildunfälle

Mit der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit am 29. Oktober steigt für Autofahrer die Wildunfall-Gefahr. Darauf weist der Deutsche Tierschutzbund hin. Indem die Uhr um eine Stunde zurückgestellt wird, fällt der Berufsverkehr weitestgehend genau in die Dämmerung und somit in die Zeit, in der viele Wildtiere unterwegs sind. Neben unzähligen Igeln, Mardern, Greif- und Singvögeln, sterben jedes Jahr im Durchschnitt allein etwa 200.000 Rehe und über 20.000 Wildschweine im Straßenverkehr. Mit 263.000 Wildunfällen im Jahr 2015 waren es nach Angaben der deutschen Versicherer mehr als je zuvor. Über 3.000 Menschen wurden verletzt, 13 starben. Um das Risiko zu minimieren, raten die Tierschützer Autofahrern insbesondere in Risikogebieten die Geschwindigkeit anpassen.
„Besonders gefährlich sind Straßen durch Feld- und Waldgebiete – auch dann, wenn keine Schilder auf den Wildwechsel hinweisen. Zur Vorbeugung ist dort verstärkt eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise sinnvoll“, rät James Brückner, Leiter des Artenschutzreferats beim Deutschen Tierschutzbund. So lange herannahende Fahrzeuge nicht schneller als 50 bis 60 Kilometer pro Stunde fahren, haben Wildtiere zumindest noch eine Chance zur Flucht. Autofahrer sollten einen ausreichenden Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhalten, bremsbereit sein und die Seitenstreifen im Blick behalten. Nur so hat der Fahrer die Möglichkeit, rechtzeitig zu bremsen. Taucht Wild am Straßenrand auf, kann man versuchen, es durch lautes Hupen auf die Gefahr aufmerksam zu machen und vom Straßenrand zu vertreiben. Die Scheinwerfer aufzublenden bewirkt eher das Gegenteil. Das grelle Licht 23kann die Tiere verwirren und ihnen jede Orientierungsmöglichkeit nehmen. Oft geraten sie erst dadurch wirklich in Gefahr. Zudem ist zu beachten, dass einem Tier, das die Straße überquert, oft weitere folgen.
Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Wildunfall, ist umgehend die Unfallstelle abzusichern und die Polizei vor Ort zu informieren. „Jeder Fahrzeugführer hat die ethische und gesetzliche Verpflichtung, sich um ein angefahrenes Tier zu kümmern. Aber auch eine Person, die den Unfall nicht selbst verursacht hat, sollte nicht wegschauen, sondern handeln“, so Brückner abschließend.

Pressemeldung vom 29.08.2017

Aktionswoche „Check meinen Chip“

 

Vom 11. bis 15. September führt der Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) u. a. in Kooperation mit dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes erstmals die Aktion „Check meinen Chip“ durch. Im Rahmen der Woche rufen die Verbände Tierhalter dazu auf, die mit der Mikrochip-Nummer verknüpften Daten ihres Haustieres zu prüfen, damit ein entlaufenes Tier im Fall der Fälle schnell zurück nach Hause vermittelt werden kann. Noch nicht gekennzeichnete Tiere sollten durch einen Chip bzw. Transponder unverwechselbar gemacht werden. Mit der Chipnummer kann der Halter sie anschließend kostenfrei im Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes registrieren (www.registrier-dein-tier.de). „Check meinen Chip“ findet künftig immer in der zweiten Septemberwoche statt.

 

„Nur wenn die eigenen Daten im Register aktuell sind, kann ein entlaufenes oder entflogenes Haustier auch erfolgreich zurück nach Hause vermittelt werden – umso wichtiger ist es, diese stets auf dem neuesten Stand zu halten“, erklärt Daniela Rohs, Leiterin des Haustierregisters beim Deutschen Tierschutzbund. Zum Ändern der Daten erreichen Tierhalter das Haustierregister unter der Telefonnummer 0228-6049635 oder per E-Mail an info@registrierdeintier.de. Ob das Tier überhaupt schon registriert ist, können Halter über die Mikrochip-Nummer-Abfrage auf der Website www.registrier-dein-tier.de prüfen und die Anmeldung gegebenenfalls online kostenfrei nachholen.

 

Wichtigkeit von Kennzeichnung und Registrierung

Die Kennzeichnung des Tieres muss von einem Tierarzt vorgenommen werden. Dieser setzt dem Tier dazu den reiskorngroßen Transponder mit einer Spritze unter die Haut auf der linken Seite des Halses. Die auf dem Chip gespeicherte 15-stellige Nummer kann – ebenso wie bei Ziervögeln eine Ringnummer – vom Tierarzt oder vom Halter selbst beim Haustierregister registriert werden, indem sie mit weiteren Angaben zu Tier und Halter gespeichert wird. Die Aktion „Check meinen Chip“ will darauf aufmerksam machen, dass noch immer zu wenige Tiere gekennzeichnet und noch weniger registriert sind, obwohl nur die Kombination dieser zwei einfachen Maßnahmen sicherstellen kann, dass ein entlaufenes Tier und sein Besitzer schnell wieder zusammen finden. Für eine Reise in andere EU-Mitgliedstaaten ist die Kennzeichnung mit Mikrochip ohnehin für Hunde, Katzen und Frettchen vorgeschrieben.

 

Entlastung für Tierheime

Für entlaufene oder entflogene Tiere, die von tierlieben Menschen aufgegriffen werden, ist das Tierheim eine der ersten Anlaufstellen. Pro Jahr nehmen die dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossenen Tierheime rund 300.000 neue Tiere auf, ein Großteil davon Fundtiere. Eine einfache und schnelle Rückführung mit Hilfe einer Kennzeichnung und einer Registrierung im Haustierregister bedeutet daher auch eine Entlastung für die Tierheime.

Pressemeldung vom 24.08.2017

Eine Mehrheit für den Tierschutz – Bundestagswahl ist Tierschutzwahl

Deutscher Tierschutzbund gibt Leitmotto zum Welttierschutztag bekannt

 

Den diesjährigen Welttierschutztag am 4. Oktober begehen der Deutsche Tierschutzbund und seine über 740 Mitgliedsvereine unter dem Motto „Eine Mehrheit für den Tierschutz – Bundestagswahl ist Tierschutzwahl“. Der Verband betont, dass von der Bundestagswahl, die kurz vor dem Welttierschutztag ansteht, neue Impulse für mehr Tierschutz ausgehen müssen. Der Welttierschutztag geht zurück auf den Heiligen Franz von Assisi, den Schutzpatron der Tiere.

 

„Obwohl der Tierschutz längst kein politisches Nischenthema mehr ist, ist in den letzten vier Jahren zu wenig passiert, Versprechen aus dem Koalitionsvertrag wurden nicht umgesetzt. Das Leitmotto werden wir in den kommenden Wochen bis zur Wahl nutzen, um klarzustellen, dass die Wahlen auch Richtungsentscheidungen in der Tierschutzpolitik sind und dass Verbesserungen im Tierschutz gesellschaftlich gewünscht sind“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Stehen die neuen politischen Entscheidungsträger fest, werden wir klar machen, dass Lippenbekenntnisse zum Tierschutz allein nicht reichen. Wir fordern Taten statt wolkiger Absichtserklärungen.“

 

Forderungen an die Politik

Der Deutsche Tierschutzbund ist parteipolitisch neutral, aber tierschutzpolitisch konsequent. Mit Blick auf das Staatsziel Tierschutz gehören ein bundesweites Verbandsklagerecht und die grundlegende Novellierung des Tierschutzgesetzes zu den zentralen Forderungen des Verbandes. Ebenso drängt der Deutsche Tierschutzbund auf eine Stärkung des karitativen Tierschutzes vor Ort, um die Finanzierung der Tierheime für die Zukunft sicherzustellen. Zum Ausstieg aus Tierversuchen muss die Politik eine konkrete Strategie erstellen und erarbeiten. Weiter fordert der Verband eine Nutztierstrategie, die unter anderem ein staatliches Tierschutzlabel einschließt und die Förderpolitik auf den Tierschutz ausrichtet. Nicht zuletzt gehört ein Ende der Wildtierhaltung in Zirkussen zu den Kernforderungen des Deutschen Tierschutzbundes.

 

 

Hinweis an die Redaktionen: Alle Informationen zur aktuellen Kampagne „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl“ finden Sie unter: www.tierschutzbund.de/bundestagswahl

Pressemeldung vom 16.08.2017

Tierschutz-Check zur Bundestagswahl 2017

 

Der Deutsche Tierschutzbund hat mit seinen Wahlprüfsteinen die tierschutzpolitischen Positionen der Parteien abgefragt und deren Rückmeldungen auf www.tierschutzbund.de/tierschutz-check veröffentlicht. Tierschutzinteressierte Wählerinnen und Wähler können die Wahlprüfsteine als Hilfestellung für ihre Entscheidung nutzen – denn mit ihrer Wahl legen sie auch den Grundstein für den Tierschutz in den nächsten Jahren.

 

„Diese Bundestagswahl ist auch eine Tierschutzwahl und eine Chance, für den Tierschutz politisch etwas zu bewegen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Parteien und Direktkandidaten, die Tierschutz rückwärts denken, dürfen mit dieser Einstellung nicht mehr vorwärtskommen.“

 

Mit Blick auf die Bundestagswahl hat der Deutsche Tierschutzbund vor kurzem seine Kampagne „Bundestagswahl ist #Tierschutzwahl“ gestartet, deren Hauptbestandteil die Wahlprüfsteine sind. In ihren Rückmeldungen geben die Parteien Auskunft über ihre Positionen und zu ihren Plänen hinsichtlich des Tierschutzgesetzes und der Verbandsklage, zum Ersatz von Tierversuchen, zu Tieren in der Nahrungsmittelproduktion, zu Tieren in und aus der Natur, zu Heimtieren, zum praktischen Tierschutz der Tierheime und weiteren tierschutzpolitischen Themen. „Anhand der Rückmeldungen kann sich jeder, der sich für das Thema interessiert, ein genaues Bild von den Plänen der einzelnen Parteien machen und bei der Wahlentscheidung bedenken. Stimmen Sie am 24. September für die Tiere“, bittet Schröder.

 

Forderungen an die Politik

Der Deutsche Tierschutzbund ist parteipolitisch neutral, sieht sich aber als tierschutzpolitisch konsequent. Mit Blick auf das Staatsziel Tierschutz gehören ein bundesweites Verbandsklagerecht und die grundlegende Novellierung des Tierschutzgesetzes zu den zentralen Forderungen des Verbandes. Ebenso drängt der Deutsche Tierschutzbund auf eine Stärkung des karitativen Tierschutzes vor Ort, um die Finanzierung der Tierheime für die Zukunft sicherzustellen. Zum Ausstieg aus Tierversuchen muss die Politik eine konkrete Strategie erstellen und erarbeiten. Weiter fordert der Verband eine Nutztierstrategie, die unter anderem ein staatliches Tierschutzlabel einschließt und die Förderpolitik auf den Tierschutz ausrichtet. Nicht zuletzt gehört ein Ende der Wildtierhaltung in Zirkussen zu den Kernforderungen des Deutschen Tierschutzbundes.

 

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