Pressemeldung Vom 30.06.2015

Internationaler Tag der Tiertransporte – Deutscher Tierschutzbund macht auf das Leid landwirtschaftlich genutzter Tiere aufmerksam

 

Anlässlich des Internationalen Tags der Tiertransporte am 1. Juli ruft der Deutsche Tierschutzbund zu einem verantwortungsvolleren Umgang beim Transport landwirtschaftlich genutzter Tiere auf. Nach wie vor leiden sie unter den Torturen, denen sie während der Transporte durch ganz Europa ausgesetzt sind: Fahrzeiten von beispielsweise mehrmals bis zu 29 Stunden in extremer Enge und bei drückender Hitze oder Kälte sowie verletzungsbedingte Schmerzen sind gang und gäbe. Europaweit werden jährlich rund 360 Millionen Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen allein zum Schlachten transportiert. Hinzu kommen rund vier Milliarden Hühner, Puten und anderes Geflügel.

 

„Die Politik muss endlich handeln, um die katastrophalen Zustände bei den Transporten zu stoppen“, fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir brauchen zumindest häufigere und strengere Kontrollen, eine möglichst einheitliche Sanktionierung von Verstößen und eine Verbesserung der bisher nicht ausreichenden Vorgaben. Der Transport und die Schlachtung trächtiger Tiere gehört grundsätzlich verboten.“ Langfristig müsse es, so Schröder, zu einer Verlagerung auf den Transport von Fleisch anstelle von lebenden Tieren kommen.

 

Ruhe- oder Melkzeiten werden während der Transporte meist unzureichend oder überhaupt nicht eingehalten. Oftmals sind die Tiere gar nicht transportfähig, leiden unter Verletzungen, Lahmheiten oder sind tragend. Teilweise kommt es während der Transporte sogar zur Geburt von Jungtieren – und das, obwohl am Ende einer Trächtigkeit ein Transport verboten ist. Kommen die Tiere nach Stunden oder Tagen am Zielort an, sind sie meist völlig entkräftet. Viele brechen vor Erschöpfung zusammen.

 

Tiere leiden vor allem im Sommer

Insbesondere in den warmen Sommermonaten ist es für die Tiere wichtig, dass die Transporter fachgerecht ausgestattet sind. Dazu gehören eine ausreichende Versorgung mit geeigneten Tränken sowie eine funktionierende Lüftung. Auch die Ladedichte sollte aufgrund der höheren Temperaturen so weit wie möglich reduziert werden. Trotz entsprechender Vorgaben werden bei Kontrollen allerdings immer wieder zahlreiche Missstände aufgedeckt. Die Überschreitung der zulässigen Ladedichte war laut einem Bericht der Bundesregierung aus dem letzten Jahr einer der häufigsten Mängel. So war etwa knapp jeder vierte aller kontrollierten Schweinetransporte extrem überladen oder wies eine defekte Lüftung oder fehlende Wasserversorgung auf. Nur durch intensivere Kontrollen – auch auf Routen und in Bundesländern, die bisher weniger kontrolliert und daher von den Fahrern eher genutzt werden – können solche Missstände reduziert werden.

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