Pressemeldung Vom 30.03.2015

Bundesminister Schmidt kündigt Ende des Kükentötens an

 

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) besuchte heute die Universität Leipzig, um sich zum Stand der Forschung zur frühzeitigen Geschlechtsbestimmung im drei Tage bebrüteten Hühnerei zu informieren. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt diese Initiative des Bundesministers und stellt gleichzeitig klar, dass langfristig nur ein Systemwechsel in der Landwirtschaft und ein Ende der extrem spezialisierten Zucht auf Lege- und Mastleistung der richtige Weg ist. Aktuell werden in Deutschland immer noch jährlich ca. 45 Millionen männliche Küken von Legehennen unmittelbar nach dem Schlupf aussortiert und anschließend getötet. Dies geschieht nur, weil sie aus Sicht der Geflügelwirtschaft wirtschaftlich nicht brauchbar sind. Schmidt kündigte ein Ende dieser Praxis bis 2017 an.

 

„Das Ende des millionenfachen Kükentötens fordern wir schon lange. Wir freuen uns, dass das Problem nun endlich angegangen wird, nachdem das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Landesminister Johannes Remmel durch einen Erlass zum Verbot der Kükentötung Bewegung in das Thema gebracht hat. Auch wenn wir uns ein schnelleres Ende gewünscht hätten, ist die erste von mehreren Ankündigungen des Bundesministers zur Tat geworden“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

 

Bei der derzeit favorisierten Geschlechtsbestimmungsmethode der Universität Leipzig wird mittels eines spektroskopischen Verfahrens (NIR-Raman-Spektroskopie) das Geschlecht des Huhnes im 72 Stunden lang bebrüteten Ei ermittelt. Da ein Schmerzempfinden des Embryos erst ab dem 10. Bruttag gegeben ist, ist die Methode aus Tierschutzsicht akzeptabel. Momentan wird daran gearbeitet das Verfahren zur Praxisreife zu bringen, um den flächendeckenden Einsatz in Brütereien zu ermöglichen.

 

Zudem bleibt die Grundsatzfrage, wie es langfristig weitergeht. Schröder dazu: „Der Bundesminister setzt offenbar auf eine technische Lösung und weicht damit der Systemfrage aus. Denn das aktuelle Agrarsystem setzt auf extrem spezialisierte Zucht auf Legeleistung, wobei die Mastleistung aus biologischen Gründen zurückbleibt.“ Aus Sicht der Tierschützer ist eine, wie von Schmidt heute angekündigte, Vorreiterrolle Deutschlands in der Eierproduktion nur dann gegeben, wenn das System geändert wird. „Für jetzt und sofort mag diese Geschlechtererkennung eine Lösung sein. Aus Tierschutzsicht muss es hin zum Zweinutzungs-Huhn gehen, welches es bereits für den Markt gibt. Auch wenn die Eier dann in der Konsequenz teurer sind“, so Schröder.

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