Pressemeldung vom 22.04.2016

Tag des Versuchstiers am 24. April: Deutscher Tierschutzbund fordert Umdenken und größere Investitionen in Alternativmethoden zu Tierversuchen

Zum Internationalen Tag des Versuchstiers am 24. April erinnert der Deutsche Tierschutzbund an die ethische Problematik, fühlende Lebewesen als Messinstrumente oder „Krankheitsmodelle“ zu missbrauchen. Allein 2014 mussten knapp drei Millionen Tiere für die Forschung leiden und sterben. Hinzu kommen die Millionen ungezählter Tiere aus der sogenannten Vorratshaltung. Nach wie vor fehlen trotz Absichtserklärungen konkrete Maßnahmen und Investitionen der Bundesregierung, um Tierversuche deutlich einzudämmen und letztendlich vollständig zu ersetzen.

„Die Forschung der Zukunft muss sich auf tierversuchsfreie Forschungs- und Testmethoden konzentrieren, anstatt nach wie vor immense Summen in grausame Tierversuche zu investieren“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Es ist höchste Zeit für ein Umdenken. Es gibt bereits hervorragende Methoden, bei denen kein Tier leiden muss. Den Ausstieg aus der Praxis Tierversuche muss die Bundesregierung nun endlich mit konkretisierten Plänen und entsprechenden Fördergeldern angehen.“

Erschreckende Tierversuchszahlen
Im Jahr 2014 wurden nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums rund 2.800.000 Wirbeltiere und Kopffüßer (Kraken und Tintenfische) zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Die am häufigsten verwendeten Tiere bleiben Mäuse mit circa 1,9 Millionen Tieren, gefolgt von rund 273.000 Fischen und rund 105.800 Kaninchen. Doch auch über 4.600 Hunde, rund 1.000 Katzen und fast 3.000 Affen mussten für den Forscherehrgeiz und wirtschaftliche Interessen ihren Kopf hinhalten. Wie bereits in den Vorjahren fällt der Mammutanteil des „Tierverbrauchs“ in den Bereich der Grundlagenforschung, der dem Erkenntnisgewinn ohne absehbaren Nutzen für Mensch, Tier oder Umwelt dient: über 870.000 Tiere kamen in solchen Versuchen zum Einsatz, das entspricht 31 Prozent des Gesamtverbrauchs.

Alternativmethoden auch Thema auf Berlins erstem Tierschutz-Festival
Auf Berlins erstem Tierschutz-Festival am 23. April, das anlässlich des Tags des Versuchstiers stattfindet, diskutieren Experten auch über das Thema „Tierversuche – Alternativlos?“. Neben den Talkrunden zu verschiedenen Tierschutz-Themen, bietet das Festival musikalische Live-Acts und vegan-vegetarische Foodstände. Der Deutsche Tierschutzbund veranstaltet das Festival gemeinsam mit dem Tierschutzverein für Berlin und dem Bündnis Tierschutzpolitik Berlin im Hof der KulturBrauerei.

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