Pressemeldung vom 15.12.2016

Hirnversuche an Affen im Tübinger Max-Planck-Institut gehen weiter

 

Nach Recherchen von STERN TV (14.12.2016) gehen die Affen-Versuche am Tübinger Max-Planck-Institut (MPI) entgegen der Ankündigung des Institutsleiters weiter: Neue Versuche wurden beantragt und laufende verlängert. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landestierschutzverband Baden-Württemberg kritisieren erneut die bewusste Täuschung der Öffentlichkeit und fordern die Landesregierung auf, endlich ein Konzept zum Ausstieg aus Tierversuchen vorzulegen. Schockierende Bilder einer Undercover-Recherche von Tierschützern belegen bereits seit 2014 die immensen Schmerzen, Leiden und Ängste, denen Affen im Bereich der Hirnforschung am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen ausgesetzt sind.

 

„Wer der Öffentlichkeit erklärt, die Versuche an Affen beenden zu wollen und hinterrücks weitere tierquälerische Versuche forciert und plant, ist schlichtweg unehrlich und verliert jede Glaubwürdigkeit und jeden Anspruch, wissenschaftlich ernst genommen zu werden“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Der Deutsche Tierschutzbund hat zusammen mit seinem Landesverband im November 2014 Strafanzeige wegen Tierquälerei an mehreren Affen gestellt. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

 

„Wir erwarten von der grün-schwarzen Landesregierung jetzt ein klares Konzept, wie der Ausstieg aus Tierversuchen – insbesondere das Ende von Affenversuchen – in Einrichtungen im Land gestaltbar ist“, ergänzt Herbert Lawo für den Landestierschutzverband Baden-Württemberg des Deutschen Tierschutzbundes.

 

Hintergrund Affen-Versuche:

Mehr als 3.000 Affen, unsere nächsten Verwandten im Tierreich, leiden und sterben allein in deutschen Versuchslabors. Wie in vielen anderen Forschungseinrichtungen mit ähnlichem Versuchsaufbau wird auch am MPI Tübingen Grundlagenforschung betrieben. Die Tiere bekommen beispielsweise Elektroden ins Hirn gesetzt, um die Aktivität einzelner Nervenzellen bei optischen Reizen zu messen. Eine klinische Anwendung der Versuchsergebnisse ist oftmals auf Jahrzehnte hinaus nicht absehbar. Um die Tiere für die Versuche gefügig zu machen, gibt man ihnen tagelang nichts zu trinken. Erst im Versuch, wenn sie sich kooperativ verhalten, bekommen sie ein paar Tropfen Flüssigkeit, meist Fruchtsaft, der den Durst noch steigert. Mit der von Forschern oftmals behaupteten „Freiwilligkeit“ und „Bereitschaft“ der Tiere, bei den Versuchen mitzumachen, hat all das nichts zu tun.

 

Mit freundlichen Grüßen

Presseabteilung

Deutscher Tierschutzbund e.V.

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