Pressemeldung 06.02.2015

Absichtserklärung zu mehr Tierschutz bei  ALDI SÜD:

Viel Lärm um sehr wenig

 

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt alle Anstrengungen des Handels und der Discounter, für einen verbesserten Tierschutz. Den Ansatz von ALDI SÜD auf Eier aus Käfighaltung, einschließlich der so genannten Kleingruppenhaltung, bei allen Lebensmitteln zu verzichten, loben die Tierschützer ausdrücklich. Allerdings bleibt die gestern vorgestellte sogenannte Tierwohl-Einkaufspolitik insgesamt zu vage und hält wenig konkrete Verbesserungen für Tiere bereit. Solange ALDI SÜD weiterhin die Preisspirale für tierische Produkte auf dem Rücken der Landwirte und der Tiere nach unten schraubt, hat nachhaltiger Tierschutz de facto keine Chance.

 

„Wir loben ausdrücklich die Aussage von ALDI SÜD, mehr Tierschutz erreichen zu wollen. Der Verzicht auf Käfigeier in Produkten und ein Ausstieg aus dem Schnäbelkürzen bei Legehennen sind gute und wichtige Signale. Auch die Zusage, Produkte wie Hummer, Stopfleber oder Kaninchen nicht anzubieten, begrüßt der Deutsche Tierschutzbund. Aber solange ALDI SÜD zu Dumpingpreisen tierische Produkte anbietet, ist die Erklärung letztlich insgesamt unglaubwürdig“, kommentiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

 

Im Wesentlichen fokussiert ALDI SÜD auf die Entwicklung branchenübergreifender „Tierwohl-Standards“ sowie die Förderung nachhaltiger Haltungsbedingungen durch `Good Practice`-Beispiele und verweist auf die „Initiative Tierwohl“ und auf bereits vorhandene Projekte zum Ausstieg aus dem Schnabelkürzen. Im Weiteren, z.B. im Hinblick auf  branchenweite Standards für Milchkühe und Kälber, bleibt das Papier sehr vage. Als weiterer Schwerpunkt werden Rückverfolgbarkeit und Herkunftsinformationen hervorgehoben, welche aber allein keinen Tierschutz-Mehrwert generieren. Die Selbstverpflichtung, auf Rohware kritischen Ursprungs, wie z.B. Merino- oder Angorawolle, zu verzichten, ist zweifelsfrei zu begrüßen, bleibt aber unbestimmt und wirft Fragen, z. B. bezüglich der Kontrolle, auf.

 

Ferner strebt ALDI SÜD an, kritische Fangmethoden bei Wildfängen zu minimieren, den Anteil MSC-zertifizierte Produkte zu steigern und auch in Aquakulturen eine tiergerechtere Haltung und geringere Besatzdichte durchsetzen. Auch dies ist grundsätzlich lobenswert, aber konkrete Angaben dazu, wie die tiergerechte Haltung oder die Besatzdichten aussehen sollen, fehlen genauso wie konkrete Zeitpläne.

 

Auch will ALDI SÜD den Bio-Anteil und das Angebot vegetarischer und veganer Produkte steigern, hält sich aber ein Hintertürchen offen, bei mangelnder Nachfrage diese Anteile direkt wieder zu senken.

 

Fazit: Solange überprüfbare Tierschutzkriterien weitestgehend fehlen, bleibt die sogenannte ALDI-Tierwohlpolitik eine Absichtserklärung ohne ein wirkliches Mehr an Tierschutz.

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