Category: “Aktuell”

Pressemeldung vom 29.05.2017

Der Deutsche Tierschutzbund rät: Tiere vor großer Sommerhitze schützen

 

Die aktuell hochsommerlichen Temperaturen stellen für viele Tiere eine große Gefahr dar. Im Unterschied zum Menschen können sich die meisten Heimtiere nicht durch Schwitzen über die Haut abkühlen, sondern allein durch Trinken oder Hecheln. Der Deutsche Tierschutzbund rät Tierhaltern daher dazu, die notwendigen Vorsorgemaßnahmen zu treffen: Dabei ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ebenso wichtig wie ein Schattenplatz, an den sich das Tier jederzeit zurückziehen kann. Große Anstrengungen für das Tier sollte man vermeiden und das Gassigehen mit Hunden in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen.

 

Tierhalter sollten während der Hitze ihre Heimtiere stets im Blick behalten. Keinesfalls dürfen Hunde und andere Tiere alleine im Auto gelassen werden. Ein geöffnetes Schiebedach oder Fenster sorgt in keinem Fall für genügend Abkühlung. Selbst innerhalb weniger Minuten kann das Fahrzeug zur tödlichen Falle werden. Auch bei bewölktem oder schwülem Wetter ohne direkte Sonneneinstrahlung steigt die Temperatur im Inneren rasch auf 50 Grad und mehr an. Wenn die Sonne wandert, steht auch das im Schatten abgestellte Fahrzeug nach kurzer Zeit wieder in der Sonne. Die Folgen der für das Tier unerträglichen Temperaturen sind Überhitzung mit Übelkeit und Kreislaufproblemen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen. Wer bei Hitze auf ein im Auto zurückgelassenes Tier aufmerksam wird, sollte umgehend die Polizei oder Feuerwehr verständigen.

 

Auch im Käfig oder im Außengehege lebende Tiere dürfen nicht schutzlos der Sonne ausgesetzt werden. Auch hier gilt: Immer prüfen, ob sich ein großer Teil des Geheges den ganzen Tag über im Schatten befindet. Zusätzlich können Schatten spendende Häuschen, kühle Steinplatten oder feuchte Handtücher, die über das Gehege gelegt werden, helfen. Da bei Hitze viel Wasser verdunstet und die Tiere mehr trinken, sollte man dieses regelmäßig kontrollieren. Kaninchen, die die Möglichkeit zum buddeln haben, können sich in den entstandenen Mulden abkühlen; manche Ratten lieben ein Wasserbad in einer flachen Schale.

 

Hitzeschutz auch für Weidetiere

Auch Tieren auf der Weide macht die Hitze zu schaffen: Pferde, Schafe oder Rinder sollten immer die Möglichkeit haben, sich in den Schatten zurückzuziehen. Zu jeder Zeit muss ausreichend Wasser in der Tränke vorhanden sein. Nicht vergessen werden darf, dass bei Hitze die Futtergrundlage auf der Weide abnimmt und die Tiere so unter Umständen zugefüttert werden müssen.

 

Weitere Informationen und Tipps für Tierhalter unter: www.tierschutzbund.de/tiere-hitze

 

Mit freundlichen Grüßen

Presseabteilung

Deutscher Tierschutzbund e.V.

In der Raste 10

D-53129 Bonn

Tel: +49-(0)228-6049624

Fax: +49-(0)228-6049641

E-Mail: presse@tierschutzbund.de

 

Tag des Versuchstiers

Am 24.04. ist Internationaler Tag des Versuchstiers

An diesem Tag wollen wir allen Tieren gedenken, die bei Tierversuchen gequält und getötet wurden bzw. werden. Laut Presseabteilung des deutschen Tierschutzbundes wurden allein 2015 in Deutschland 2.799.467 Tiere bei Tierversuchen verwendet. Die Dunkelziffer wird zudem als hoch beurteilt. Baden Württemberg ist dabei Spitzenreiter und Deutschland belegt in der EU den 2. Platz hinter Frankreich.

Anlässlich des Tages gibt es eine aktuellte Pressemeldung vom 20.04.2017 des deutschen Tierschutzbundes:

Internationaler Tag des Versuchstieres:
Deutscher Tierschutzbund fordert Umdenken

Anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstieres am 24. April fordert der Deutsche Tierschutzbund ein Umdenken und einen Zeitplan für den Ausstieg aus Tierversuchen. Während andere Länder, wie die Niederlande, mit gutem Beispiel voran gehen, setzt Deutschland nach wie vor in großem Stil auf Tierversuche. Alternativmethoden zu Tierversuchen sind jedoch bereits in großer Zahl verfügbar oder können entwickelt werden – damit sie umfassend anzuwenden sind, bräuchte es jedoch eine verstärkte Förderung.

„Der Ausstieg aus Tierversuchen und eine Wende hin zu einer modernen, tierversuchsfreien Forschung ist machbar“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Statt einen Zeitplan zur Umstellung zu erarbeiten – wie es die Niederlande getan haben – wird die Alternativmethodenforschung in Deutschland nach wie vor stiefmütterlich behandelt. Versuche an Tieren in der Forschung scheinen noch immer höchste Priorität zu genießen. Die Bundesregierung ist nun am Zug: Statt Tierversuche weiter zu fördern, müssen Gelder und Ressourcen mit aller Kraft in tierversuchsfreie Forschung fließen. Dies ist auch einer der Aufträge aus der EU-Tierversuchsrichtlinie.“

Für den gesamten Alternativmethodenbereich stehen aktuell Gelder von lediglich vier bis fünf Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Demgegenüber steht beispielsweise allein der 24 Millionen teure Neubau des sogenannten „in vivo-Pathophysiologielabors“ des Berliner Max-Delbrück-Zentrums, dessen Baukosten zu 90 Prozent vom Bund getragen werden. Wie in unzähligen Laboren deutschlandweit werden auch hier Tiere, vorrangig Mäuse, künstlich krank gemacht, um sie als Krankheitsmodelle für den Menschen zu missbrauchen, anstatt moderne, tierleidfreie Forschungsmethoden einzusetzen.

Vorbild Niederlande: Ausstieg aus Tierversuchen ist möglich
Jährlich knapp drei Millionen Tiere leiden in Deutschland nach wie vor in Versuchen. Dass es auch anders geht zeigen die Niederlande: Dort hat Landwirtschaftsministers Martijn van Dam im März 2016 das niederländische nationale Komitee für den Schutz von zu wissenschaftlichen Zwecken verwendeten Tieren (NCad – National Committee for the protection of animals used for scientific purposes) damit beauftragt, einen Zeitplan für den Ausstieg aus Tierversuchen zu erstellen. Dieser, Ende letzten Jahres veröffentlichte, Zeitplan enthält spezifische Empfehlungen zur Beschleunigung des Übergangs von Tierversuchen hin zu innovativen tierleidfreien Forschungsmethoden. So sollen gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche, wie etwa Giftigkeitsprüfungen, bis 2025 durch alternative tierversuchsfreie Methoden ersetzt werden. Für Tierversuche in der Grundlagenforschung wird ein 10-Jahres-Plan aufgestellt. Eine vergleichbare Strategie fordert der Deutsche Tierschutzbund auch von der Bundesregierung.

Pressemeldung vom 10.04.2017

Ostern besser ohne Kaninchen

Da Mastkaninchen nach wie vor meist unter tierschutzwidrigen Bedingungen gehalten werden, rät der Deutsche Tierschutzbund vom Verzehr von Kaninchenfleisch ab. Etwa 30 Millionen Kaninchen werden jedes Jahr in Deutschland gegessen – zu Ostern ist die Nachfrage besonders groß. Ebenfalls beliebt sind Kaninchen als Ostergeschenk. In Baumärkten und Zoohandlungen, im Internet oder auf Kleintiermärkten werden sie für wenig Geld angeboten. Von unüberlegten Geschenken sollte man jedoch absehen.

„In der Kaninchenmast werden noch nicht einmal die grundlegenden Bedürfnisse der Tiere gestillt“, erklärt Dr. Esther Müller, Fachreferentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund. „Die Kaninchen leben zusammengepfercht in Gitterkäfigen in schlecht belüfteten Hallen. Mit der Idylle vom hoppelnden Kaninchen auf der grünen Wiese hat dies nichts zu tun.“ Die Käfighaltung führt bei den Tieren zu Pfotenverletzungen und Pfotengeschwüren. Hinzu kommen Verhaltensstörungen, wie Aggressivität oder Stereotypien, die durch das mangelnde Platzangebot und nicht ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten hervorgerufen werden. Zudem schwere Verdauungsstörungen als Folge des völlig ungeeigneten Futters. Die 2014 in Kraft getretene Kaninchenverordnung brachte keine weitreichenden Verbesserungen: Nach wie vor ist die Käfighaltung ohne Freilauf gang und gäbe. „Vegane oder vegetarische Osterspeisen sind da die bessere Alternative und der direkteste Weg zu mehr Tierschutz“, sagt Müller. Wer dennoch Kaninchenfleisch kaufen möchte, sollte Fleisch im Biomarkt oder von privaten Erzeugern kaufen, die eine artgerechte Haltung und Fütterung sowie kurze Transportwege zum Schlachter vorweisen können.

Als Geschenk für Kinder ungeeignet
Gerade zu Ostern sind Kaninchen auch als Geschenk für die Kleinsten beliebt. Neben Hasen aus Stoff und Schokolade landen viele echte Kaninchen in den Osternestern – günstig erworben und mit dem Vorurteil, die Tiere seien unproblematisch und einfach zu halten. Dabei sind Kaninchen als Heimtier für Kinder denkbar ungeeignet, denn ständiges Hochheben, Streicheln und Knuddeln bedeuten Stress für die Tiere. Zudem unterschätzen viele, dass Kaninchen zehn Jahre und älter werden und es mit einem kleinen Käfig im Kinder- oder Wohnzimmer nicht getan ist. Die Tiere brauchen viel Auslauf und müssen als soziale Tiere mindestens zu zweit gehalten werden. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt daher, sich vorab gründlich über die Bedürfnisse von Kaninchen zu informieren und sich nicht zu Spontankäufen verleiten zu lassen. Sollte nach gründlicher Überlegung die Entscheidung für Kaninchen als neue Heimtiere gefallen sein, empfiehlt sich ein Gang ins Tierheim, hier warten tausende auf ein neues Zuhause.

Hinweis an die Redaktionen: Einen Wegweiser für tierfreundliche Ostertage finden Sie in der aktuellen Ausgabe von DU UND DAS TIER, dem Mitgliedermagazin des Deutschen Tierschutzbundes: www.duunddastier.de/osterglueck

Pressemeldung vom 06.04.2017

Ostereier: auf die Herkunft achten

Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, zu Ostern auf Eier aus artgerechter Haltung zurückzugreifen, etwa auf Bioeier oder Eier mit dem Label „Für Mehr Tierschutz“. Aber auch bei verarbeiteten Eiern sollten Verbraucher genauer hinsehen, denn der Hersteller muss dort keine Angabe zur Haltungsform machen. Noch immer leben 3,5 Millionen Legehennen in Deutschland in sogenannten Kleingruppen-Käfigen, außerdem werden Käfigeier aus dem Ausland importiert.

In diesem Jahr lebten in Deutschland erstmals mehr Hennen in Bio- als in Käfighaltung – ein Erfolg für den Tierschutz. Doch neun Prozent der in Deutschland produzierten Eier stammen nach wie vor aus der Kleingruppen-Käfighaltung, die erst ab 2025 gesetzlich verboten ist. Die Eier finden sich vor allem in Ei-enthaltenden Produkten – in Eierlikör, Nudeln, Backmischungen, Kuchen oder Fertigprodukten. Eine Kennzeichnung nach Haltungsform ist hier nicht verpflichtend. Bei gefärbten, hart gekochten Ostereiern haben viele Handelsunternehmen bereits auf den Druck der Tierschützer und auf den Wunsch vieler Verbraucher reagiert und machen freiwillig eine Angabe zur Haltungsform – der Großteil der bunten Eier stammt heute aus Bodenhaltung. Der Deutsche Tierschutzbund fordert für verarbeitete Eier jedoch eine verpflichtende Kennzeichnung. Bis dahin sollten Verbraucher auf nicht gekennzeichnete Produkte besser verzichten. Denn: Steht nichts Gegenteiliges auf der Verpackung, so handelt es sich meist um Käfigeier.

Frische Käfigeier sind aus den Regalen verschwunden
Seit Einführung der Kennzeichnungspflicht für frische Schaleneier sind Käfigeier mit der Ziffer „3“ beim Verbraucher durchgefallen und nicht mehr erhältlich. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt, bei frischen Eiern eher solche aus Freiland- (Ziffer „1“) als aus Bodenhaltung (Ziffer „2“) zu kaufen. Höhere Haltungsstandards haben Eier aus Biohaltung (Ziffer „0“). Auch das Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes garantiert bessere Bedingungen: Die Hennen haben sowohl in der Einstiegs- als auch in der Premiumstufe des Labels mehr Platz und mehr Beschäftigung als in der konventionellen Boden- bzw. Freilandhaltung.

Beim österlichen Kochen und Backen können Verbraucher auch auf pflanzliche Ei-Alternativen, wie Sojamehl, reife Bananen, Apfelmus, Tomatenmark oder Seidentofu, zurückgreifen. Anregung gibt der Deutsche Tierschutzbund aktuell in seinem Mitgliedermagazin DU UND DAS TIER – mit einem Backrezept für ein veganes Osterlamm (www.duunddastier.de/veganes-osterlamm).

Pressemeldung vom 21.03.2017

Heimtierschutzverordnung:

Der Deutsche Tierschutzbund hat einen Entwurf für eine Heimtierschutzverordnung erarbeitet, mit dem der Verband heute an die Öffentlichkeit geht. Eine entsprechende Verordnung könnte die Haltung, Kennzeichnung, Registrierung, Zucht und den Handel mit Heimtieren wirksam und umfassend einheitlich regeln. Bisher gibt es außer dem Tierschutzgesetz und einer Verordnung für Hunde keine gesetzlich verbindlichen Regelungen zur Heimtierhaltung.

 

„Anders als zum Beispiel in der Schweiz oder Österreich fehlt es in Deutschland nach wie vor an Regelungen zum Schutz der Heimtiere“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Dies hat zur Folge, dass quasi jedermann nach Gutdünken ein beliebiges Tier halten oder mit einer Tierart züchten kann. Auch zum Handel mit Heimtieren gibt es kaum Vorgaben. Mit unserem Vorschlag für eine Heimtierschutzverordnung geben wir der Politik einen Entwurf an die Hand, dessen Umsetzung bereits vorhandene Rechtsvorschriften ergänzen und konkretisieren sowie vorhandene Gesetzeslücken schließen könnte.“ Der Deutsche Tierschutzbund wird seinen Entwurf an das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und die Fraktionen senden und sie auffordern, aktiv zu werden.

 

Eine Heimtierschutzverordnung könnte zunächst für die üblicherweise in Privathaushalten gehaltenen Heimtiere, also Hunde, Katzen und Kleinsäuger, gelten. In einem zweiten Schritt könnten Tierarten ergänzt werden, für welche eine Eignung zur Haltung als Heimtier wissenschaftlich nachgewiesen wurde – aus Tierschutzsicht, aber auch aus Arten- und Naturschutzsicht sowie aus Gründen der öffentlichen Sicherheit. 

 

Regelungen zum tierschutzgerechten Umgang

Da viele Fehler in der Heimtierhaltung vor allem auf Unwissenheit beruhen, sieht der Entwurf vor, dass Tierhalter die notwendige Sachkunde nachweisen müssen. Konkrete Vorgaben, die zur Haltung von Katzen und kleinen Heimtieren bislang fehlen, werden im Entwurf des Deutschen Tierschutzbundes ebenfalls festgelegt. So sollten beispielsweise soziale Tierarten, wie Kaninchen oder Meerschweinchen, nicht allein gehalten werden. Auch die Zucht und den Handel regelt der Verordnungsentwurf. So konkretisiert er zum Beispiel den „Qualzuchtparagraphen“ des Tierschutzgesetzes, indem er tierschutzwidrige und daher nicht zulässige Züchtungen, wie Haarlosigkeit oder Kurznasigkeit, anführt. Heimtiere auf Parkplätzen oder auf Märkten unter freiem Himmel zu verkaufen, verbietet der Entwurf. Um Tiere und Halter einander besser zuordnen zu können, sind Hunde und Katzen mittels eines Transponders zu kennzeichnen und in einer dafür vorgesehenen Datenbank zu registrieren.

 

 

Der komplette Entwurf einer Heimtierschutzverordnung findet sich unter folgendem Link: www.tierschutzbund.de/heimtierschutzverordnung

Pressemeldung vom 16.03.2017

Wildtierverbot im Zirkus

  • Bundesratsentschluss jährt sich am 18. März
  • Reaktion der Bundesregierung steht noch immer aus

 

Am 18. März jährt sich der Beschluss der Länderkammer für ein Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus. Der Bundesrat hatte sich 2016 dafür ausgesprochen, dass zumindest Affen, Großbären, Elefanten, Nashörner, Flusspferde und Giraffen nicht in Zirkussen gehalten werden sollten. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert, dass die Bundesregierung diesen Entschluss seit dem augenscheinlich ignoriert und sich bis heute nicht weiter geäußert hat.

 

„Obgleich die letzte Entschließung des Bundesrates bereits ein Jahr zurückliegt, sind bis heute seitens der Bundesregierung keine Taten erfolgt“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt bleibt offenbar untätig. Der Widerstand in der Unionsfraktion scheint zu groß zu sein, um den Wunsch der Mehrheit des Bundesrates und der Gesellschaft umsetzen zu können.“

 

Dringender Handlungsbedarf durch die Bundesregierung

Mittlerweile haben über 60 Städte und Gemeinden beschlossen, Zirkussen mit Wildtieren keine städtischen Flächen mehr zur Verfügung zu stellen. Etliche weitere Kommunen haben Handlungsbedarf gesehen, aber aufgrund der unklaren Rechtslage Abstand von einer solchen Regelung genommen. Jüngst hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg festgestellt, dass nur der Bundesgesetzgeber über ein Verbot entscheiden könne. Darüber hinaus stellen die Vollzugsbehörden weiterhin ständig eine Vielzahl von Verstößen gegen das Tierschutzrecht bzw. die „Zirkusleitlinien“ fest, sind aber weitgehend machtlos, diese Verstöße nachhaltig zu entschärfen. Während die Haltungsvorgaben für Säugetiere in Zoos oder privater Hand angepasst wurden, steht eine Überarbeitung der Zirkusleitlinien nach wie vor in weiter Ferne. „Zirkustiere werden damit weiter wie Tiere zweiter Klasse behandelt“, sagt Schröder. „Die Tierqual unter der Zirkuskuppel muss beendet werden. Eine klare, parteiübergreifende Mehrheit der Länder und der Bürger muss auch eine Bundesregierung zur Einsicht bringen. Herr Schmidt, tun Sie endlich was gegen das Leid der Zirkustiere.“

Pressemeldung vom 09.03.2017

Start der Krötenwanderung: Deutscher Tierschutzbund ruft zu Vorsicht und Mithilfe auf

Kröten, aber auch andere Amphibien, haben sich teilweise bereits auf Wanderschaft begeben. Der Deutsche Tierschutzbund bittet Auto- und Motorradfahrer um Vorsicht. Auf ihrem Weg zum Laichplatz überqueren Kröten oftmals Landstraßen und werden so leicht Opfer des Verkehrs. Damit die Tiere eine Chance haben, sollte man vor allem in der Dämmerung und nachts auf Strecken mit Amphibienwanderungen nicht schneller als Tempo 30 fahren, rät der Deutsche Tierschutzbund.

 

Millionen Amphibien – Kröten, Frösche und Molche – verlassen ihre Winterquartiere bei steigenden Temperaturen. Meist zeitgleich starten sie ihre Wanderung, um ihre gewohnten Gebiete zum Ablaichen aufzusuchen. Für ein paar Wochen kommt es dann zu sogenannten Massenwanderungen. Meist sind die Tiere in verregneten und frostfreien Nächten unterwegs, in der Regel ab Einbruch der Dämmerung und bis circa Mitternacht.

 

Straße wird zum Verhängnis

Das immer dichter werdende Straßennetz bedeutend Lebensgefahr für die wandernden Tiere. In hohem Maße betroffen sind Frösche und Kröten, insbesondere Erdkröten. Auch wenn die Tiere nicht direkt überfahren werden, kann sie der Strömungsdruck der Fahrzeuge töten: Dieser bringt die Blutgefäße der Tiere zum Platzen. Daher ist es besonders wichtig, beim Auto- oder Motorradfahren die Geschwindigkeit zu reduzieren, wenn Amphibien auf Wanderschaft sind.

 

Tierschützer bei Krötenwanderungen im Einsatz

Während vereinzelt auf Massenwanderungen von Kröten mit der Sperrung besonders betroffener Straßen oder der Errichtung von Krötentunneln oder –brücken reagiert wird, sind andernorts Tierschützer im Einsatz. Den vielen ehrenamtlichen Tierfreunden verdanken hunderttausende Amphibien ihr Weiterleben und die Chance, für Nachwuchs zu sorgen. Diesen wichtigen Beitrag zum Artenschutz kann jeder leisten. Interessierte können sich beispielsweise beim örtlichen Tier- oder Naturschutzverein melden, um beim Errichten von Krötenzäunen und der Kontrolle von Zäunen und Auffangeimern zu helfen.

 

Aber auch als Gartenbesitzer kann man Schutzquartiere für Amphibien schaffen – in Form von Komposthaufen, Steinhügeln oder Altholzhaufen, in denen sich die Tiere gern verkriechen. Ein kleiner Tümpel im Garten bietet Lurchen Laichmöglichkeiten. Keller und Kellerschächte sollten Tierfreunde mit einem Schutzgitter abdichten oder sie regelmäßig auf gefangene Amphibien kontrollieren.

Pressemeldung vom 22.02.2017

Vogelgrippe: Deutscher Tierschutzbund fordert Präventionsstrategie

 

Aktuell grassiert die schlimmste Geflügelpestepidemie, die in Deutschland je auftrat. Angesichts dieser Entwicklung spricht sich der Deutsche Tierschutzbund für eine vorbeugende Strategie aus, um zukünftige Seuchenausbrüche tiergerechter eindämmen zu können. Bisher stützt sich das Vorgehen im Seuchenfall primär auf Bestandskeulungen und Aufstallungsgebote. Seit Anfang November 2016 sind in Deutschland nach dem Informationsstand des Deutschen Tierschutzbundes bereits über eine Millionen Vögel gekeult worden.

 

„Immer wieder massenhaft Tiere zu töten, die zum Teil völlig gesund sind, ist keine vernünftige und akzeptable Lösung für die dauerhafte Bekämpfung der Geflügelpest“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Solche Seuchengeschehen werden auch in Zukunft immer wieder auftreten, daher ist dringend eine nationale Präventionsstrategie erforderlich. Neben Aufstallungsgeboten und Notkeulungen im schlimmsten Fall, sollte überdacht werden, wie man das Ausmaß der Seuche in Zukunft minimieren und die Tiere schützen kann.“

 

Eine Möglichkeit, den Viren zukünftig weniger Angriffsfläche zu bieten, sieht der Deutsche Tierschutzbund in einer Umstrukturierung der Geflügellandwirtschaft. Kleinere Bestände, eine geringere Tier- und Betriebsdichte sowie widerstandsfähigere Zuchtlinien, die unter tiergerechteren Haltungsbedingungen aufwachsen, könnten Viren weniger Verbreitungsoptionen bieten. Bei akut drohender Ansteckungsgefahr müssen alle verfügbaren Schutzmaßnahmen ergriffen werden, wobei die Stallpflicht für Freilandgeflügel möglichst vermieden werden muss, um tierschutzrelevante Folgen auszuschließen. Dass die Aufstallung der Tiere keine Garantie für die Verhinderung einer Ansteckung ist, zeigen die vielen Fälle von Geflügelpestausbrüchen in komplett geschlossenen Beständen.

 

Bisher völlig vernachlässigt ist die Methode einer Schutzimpfung, die die Symptomatik und vor allem die Virusausscheidung deutlich verringern würde, sodass eine weitere Verbreitung eingedämmt werden könnte. Die Bundesregierung sollte aus Sicht der Tierschützer daher dringend die Forschung intensivieren und die Finanzierung für eine kurzfristige Entwicklung von geeigneten Impfstoffen sicherstellen.

 

Risiko- und tierschutzorientierte Bewertungen erforderlich

Die Tötung von Tieren ist aus Tierschutzsicht nur im Falle des eindeutigen Nachweises hochaggressiver Geflügelpestviren akzeptabel, weshalb der Deutsche Tierschutzbund die vorsorgliche Keulung im Verdachtsfall immer wieder kritisiert. Aufstallungsgebote sollten außerdem nur für einzelne Regionen erlassen werden, wenn tatsächlich ein hohes Ansteckungsrisiko besteht und andere Schutz- und Hygienemaßnahmen nicht ausreichen. Bei der risikoorientierten Entscheidung müssen mögliche Beeinträchtigungen der Haltungsumgebung zulasten des Tierschutzes berücksichtigt und abgewogen werden.

Umbau hat begonnen

Liebe Tierfreunde,
 
Der Umbau im Tierheim hat entgültig begonnen. Unsere Kleintierstation und Katzenstation sind im Haus umgezogen. Auf Grund von Platzproblemen können wir bis auf Weiteres keine Flohmarktspenden mehr aufnehmen. Zusätzlich fehlen im Tierbereich einige Unterkünfte, weswegen wir nur in Notfällen Hunde- und Kleintiere auf Pension aufnehmen können. Das gleiche gilt für Abgabetiere, die ein neues Zuhause brauchen. Wir bieten eine Tafel für Aushänge an, damit schnell neue Plätze gefunden werden können. Des Weiteren können Sie Plätze in den umliegenden Tierheim erfragen. Wir hoffen, dass wir möglichst schnell wieder bei sämtliche Anfragen wie gewohnt behilflich sein können.
 
Ihr Tierheim-Team

Pressemeldung vom 09.01.2017

Heimtier-Tipps für die kalten Wintertage

 

Bei den aktuell eisigen Temperaturen brauchen auch unsere Heimtiere Schutz vor der Kälte. Obwohl die meisten Tiere niedrige Temperaturen besser vertragen, als es die Besitzer denken, können Tierfreunde Vorkehrungen treffen, damit die Tiere gut über die kalten Wintertage kommen.

 

Hunde und Katzen sind durch ihr wärmendes Fell gut vor der Kälte geschützt. Nur bei einem kranken Hund oder einem Tier mit sehr kurzem Fell kann ein artgerechter, gut sitzender Mantel oder Pullover während des Gassigehens sinnvoll sein. Spaziergänge mit Hund sollten eher kürzer ausfallen, dafür sollte man lieber öfter raus. Im Idealfall entscheiden Hund und Katze selbst, wie oft und wie lange sie sich im Kalten aufhalten. Katzenbesitzer sollten daher darauf achten, dass Freigänger-Katzen jederzeit wieder zurück in die Wohnung oder ins Haus kommen können.

 

Empfindliche Hundepfoten können zum Schutz vor  Streusalz vor dem Spaziergang mit Melkfett oder Vaseline eingerieben und nach dem Gassigehen mit lauwarmem Wasser abgespült werden. Winterschuhe oder -socken sind nicht geeignet, da die Pfoten sensible Tastorgane sind und die Bewegung der Tiere eingeschränkt wird. Nur wenn es tierärztlich angeordnet ist, sollten Hunde Schuhe oder Socken tragen.

 

Kleine Heimtiere vor Zugluft und Kälte schützen

Kaninchen und Meerschweinchen sollten nur im Freien überwintern, wenn sie rechtzeitig im Frühjahr bereits an die Freilandhaltung gewöhnt wurden und Rückzugsmöglichkeiten in einen frostfreien Unterschlupf bestehen. Kranke Tiere dürfen den Winter nicht draußen verbringen, ältere und untergewichtige Tiere müssen beobachtet werden. Kleine Heimtiere, die in der Wohnung leben, sollten vor kalter Zugluft geschützt werden. Gegen trockene Heizungsluft, die die tierischen Schleimhäute zum Austrocknen bringt, helfen Luftbefeuchter, kleine Wasserschälchen oder ungiftige Grünpflanzen im Raum.

 

Schutz für Fische im Gartenteich

Goldfische können draußen überwintern, wenn der Teich mindestens 80 Zentimeter tief ist. Wasserpflanzen und Schilf sollten vorhanden sein, da sie wichtig für den Gasaustausch sind. Auch die ausreichende Sauerstoffzufuhr muss gewährleistet sein, daher darf der Teich nie ganz zufrieren.

 

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